Stahl, Strasse und Präzision

27 Mai, 2026

Unser Fahrlehrer Nenad Krstic durfte die Spaeter AG einen Tag lang begleiten. Das Unternehmen gehört seit über 120 Jahren zu den führenden Schweizer Firmen im Handel mit Stahl, Bauprodukten und Haustechnik. Mit mehreren Standorten in der ganzen Schweiz beliefert die Spaeter AG täglich Kunden aus Bau, Industrie und Gewerbe. Auch die Produktion zeigt die Dimensionen: Pro Tag können bis zu 250 Tonnen verarbeitet werden, das Rekordjahr 2017 lag bei 52’500 Tonnen produzierter Armierung.

Erfahrungsbericht von Nenad Krstic

Nenad und Pedro vor dem Start des Mitfahrtags.

Am 16. April durfte ich Pedro von der Spaeter AG bei seiner täglichen Arbeit begleiten. Gemeinsam waren wir mit seinem Scania G410 Sattelschlepper unterwegs und transportierten Armierungseisen zu verschiedenen Baustellen. Schon nach kurzer Zeit wurde klar: Hinter diesem Beruf steckt weit mehr als nur der Transport von Material von A nach B.

Der Arbeitstag beginnt früh. Treffpunkt ist bereits um 5:30 Uhr, um 6 Uhr folgt die gemeinsame Tagesplanung. Danach geht es direkt los zu den ersten Kunden. Schon am Morgen zeigt sich, wie wichtig eine gute Organisation und eine präzise Planung im Transportalltag sind. Pedro arbeitet seit 2019 bei der Spaeter AG und bringt viel Erfahrung und Fachwissen mit. Im Verlauf des Tages wird deutlich, wie viel Präzision, Konzentration und Flexibilität dieser Beruf täglich verlangt.

Bereits bei der Beladung wird sichtbar, wie anspruchsvoll der Umgang mit schweren Armierungseisen ist. Vor allem die Ladungssicherung erfordert Erfahrung und Genauigkeit. Das Material muss exakt gesichert werden, damit es während der Fahrt nicht verrutschen kann. Durch Gewicht und Form ist das deutlich anspruchsvoller, als es von aussen wirkt. Teilweise müssen die Zurrgurte unterwegs sogar nochmals nachgezogen und kontrolliert werden, damit die Ladung jederzeit den Sicherheitsvorschriften entspricht.

Unterstützt wird die Arbeit durch moderne Technik. Die Navigation im Fahrzeug dient gleichzeitig als Scanner. Vor dem Abladen wird jede Position abgescannt, und das System erkennt sofort, wenn eine falsche oder zu grosse Menge abgeladen werden soll. Dadurch werden Fehler praktisch ausgeschlossen und die Abläufe effizienter gestaltet.

Beim ersten Kunden wird direkt auf der öffentlichen Strasse abgeladen. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die gesetzlich vorgeschriebenen 1,5 Meter auf dem Trottoir frei bleiben. Pedro bedient den Fahrzeugkran mit viel Fingerspitzengefühl und deponiert das Material präzise auf der Baustelle. Solche Situationen verlangen hohe Konzentration und eine gute Koordination mit dem Verkehr.

Eine weitere Herausforderung sind andere Verkehrsteilnehmer, die die Dimensionen eines Sattelmotorfahrzeuges häufig unterschätzen. Gerade in hektischen Verkehrssituationen sind vorausschauendes und defensives Fahren entscheidend. Gleichzeitig zeigt sich, wie wichtig ein wendiges Fahrzeug ist: Dank der gelenkten Achsen am Sattelanhänger ist das Fahrzeug trotz seiner Grösse sehr rangierfähig, was besonders bei engen Baustellenzufahrten ein grosser Vorteil ist.

Bei einem der Stopps haben wir Glück. Der Kranführer auf der Baustelle ist eigentlich bereits auf dem Weg in die Pause, sieht uns aber noch rechtzeitig ankommen und klettert nochmals auf den Kran, damit wir direkt entladen können. Andernfalls hätten wir bis zu einer halben Stunde warten müssen. Genau solche Situationen gehören zum Alltag eines Chauffeurs und zeigen, wie wichtig Flexibilität und Geduld in diesem Beruf sind. Auch sonst läuft auf Baustellen nicht immer alles nach Plan. Wartezeiten, kurzfristige Änderungen oder fehlendes Personal können den Tagesablauf jederzeit beeinflussen. Pedro bleibt dabei jederzeit ruhig, professionell und lösungsorientiert.

Besonders beeindruckt mich, mit welcher Routine und Gelassenheit Pedro seinen Arbeitstag meistert. Seine Erfahrung, sein technisches Verständnis und sein professioneller Umgang mit Kunden und Baustellenpersonal zeigen, wie vielseitig und anspruchsvoll der Beruf des Chauffeurs tatsächlich ist.

Mein Fazit

Dieser Tag hat mir gezeigt, dass hinter jeder pünktlichen Lieferung weit mehr steckt als nur ein Transport. Es braucht engagierte Mitarbeitende wie Pedro, die täglich dafür sorgen, dass Material zuverlässig, sicher und termingerecht auf die Baustellen gelangt. Mein herzlicher Dank gilt Pedro und der Spaeter AG für dieses eindrückliche Erlebnis und die wertvolle Weiterbildung.

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